Brandschutz für Senioren


Allgemeines

Senioren sind bei Wohnungsbränden die am stärksten gefährdete Gruppe. Die Ursachen sind vielfältig: Zum einen nehmen Mobilität und Sinneswahrnehmung mit zunehmendem Alter ab, zum anderen leben viele Senioren allein. Dazu kommt, dass sich oftmals unbeachtete Gefahrenquellen im Haushalt befinden, die das Brandrisiko erheblich erhöhen.

Löschen Sie nur, wenn Sie sich nicht selbst gefährden!


Die 5 wichtigsten Maßnahmen

Informationsblatt mit fünf wichtigen Maßnahmen zur Brandverhütung im Haushalt: Kerzen und offenes Feuer nicht unbeaufsichtigt lassen, den Herd beim Kochen nicht unbeaufsichtigt lassen, Rauchwarnmelder installieren und regelmäßig prüfen, Fluchtwege freihalten sowie einen Notfallplan vorbereiten und Hilfe organisieren.

Warum ist Brandschutz im Alter besonders wichtig?

Mit zunehmendem Alter können sich Beweglichkeit, Sehvermögen, Hörvermögen und Reaktionsgeschwindigkeit verändern. Ein Brand wird dadurch manchmal später bemerkt. Auch die Flucht aus der Wohnung kann mehr Zeit brauchen.

Dazu kommt: Viele ältere Menschen leben allein. Umso wichtiger ist es, Brandgefahren im eigenen Zuhause frühzeitig zu erkennen und einfache Schutzmaßnahmen zu treffen.

In Oberösterreich betreffen viele Brände den privaten Wohnbereich. Häufige Ursachen sind elektrische Energie, Wärmegeräte sowie offenes Licht und Feuer – also genau Dinge aus diesen Bereichen, die uns im Alltag ständig begleiten. Schon wenige Maßnahmen können allerdings viel bewirken. Freie Fluchtwege, funktionierende Rauchwarnmelder, sichere Elektrogeräte und der richtige Umgang mit Kerzen, Herd und Heizgeräten erhöhen die Sicherheit deutlich.


Fluchtwege überprüfen und Notfallplan vorbereiten

Im Brandfall zählt jede Minute. Deshalb ist es wichtig, Fluchtwege frei zu halten und den Notfall im Vorfeld zu planen und zu üben.

Schon einfache Vorbereitungen helfen, im Ernstfall rascher und sicherer zu reagieren.

Fluchtwege freihalten

Prüfen Sie regelmäßig, ob Sie Ihre Wohnung rasch und sicher verlassen können. Gänge, Türen und Stiegenhäuser müssen frei von Lagerungen bleiben. Entfernen Sie Stolperfallen wie lose Teppiche, Kartons oder abgestellte Gegenstände.

Achten Sie auch darauf, dass Gehhilfen, wie Rollator oder Gehstock, gut erreichbar sind, aber den Fluchtweg nicht verstellen.

Den Notfall vorbereiten

Überlegen Sie vorab, was Sie im Brandfall tun würden. Wo ist der nächste sichere Ausgang? Können Sie die Wohnungstür rasch öffnen, haben Sie den Wohnungsschlüssel griffbereit? Ist Ihr Telefon auch nachts erreichbar? Haben Sie wichtige Telefonnummern zur Hand? Wer kann Ihnen helfen, wenn Sie Unterstützung brauchen? Brille? Hörgerät? Gehhilfe?

Besprechen Sie diese Fragen mit Angehörigen, Nachbarn oder Betreuungspersonen. So entsteht ein einfacher Notfallplan, der Sicherheit gibt.

Richtig reagieren, wenn es brennt

Wenn es brennt, gilt: Ruhe bewahren und rasch handeln.

Alarmieren: Rufen Sie sofort die Feuerwehr unter 122. Geben Sie an, wo es brennt, was brennt und ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind.

Retten: Bringen Sie sich selbst in Sicherheit und warnen Sie andere Personen. Benützen Sie keine Aufzüge und gehen Sie nicht durch verrauchte Bereiche.

Löschen: Versuchen Sie nur kleine Entstehungsbrände zu löschen und NUR DANN, wenn Sie sich dabei nicht selbst gefährden.

Richtiges Verhalten im Brandfall

Bei Rauch: Bleiben Sie in rauchfreien Räumen, Türe schließen, machen Sie sich am Fenster bemerkbar!


Rauchwarnmelder retten Leben

Seit der Einführung der neuen Bautechnikverordnung in Oberösterreich 2013 ist in neu errichteten Wohngebäuden die Installation von Rauchwarnmeldern verpflichtend vorgeschrieben.

Rund die Hälfte aller Brände in Oberösterreich ereignen sich in den eigenen vier Wänden und fast 90 Prozent der Brandtoten sind Rauchgastote. Akustische Rauchwarnmelder retten Menschenleben und sind für den Wohnbereich in Neubauten gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch bei Bestandsgebäuden ist das Nachrüsten von unvernetzten, batteriebetriebenen Rauchwarnmeldern sinnvoll und empfehlenswert. Die Rauchwarnmelder müssen so montiert werden, dass die aufsteigenden Rauchgase möglichst frühzeitig erkannt werden.

Anwendungsbereiche:

  • Aufenthalts-, Schlafräume und in Fluchtwegen
  • am besten ist es, wenn alle Räume – ausgenommen Bad und Küche – überwacht werden
  • Denken Sie an Kellerräume oder bringen Sie im Stiegenaufgangsbereich zwischen KG und EG einen Rauchwarnmelder an

Wartung & Tipps:

  • Regelmäßig mit Prüftaste kontrollieren.
  • Ist ein Batteriewechsel notwendig oder ein Meldertausch nach 10 Jahren (10-Jahresmelder)?
  • Bei Hörbeeinträchtigung: Systeme mit Blitzlicht, Vibrationskissen oder Weiterleitung verwenden.
  • Bei Alleinleben oder eingeschränkter Mobilität: vernetzte Rauchwarnmelder überlegen.

Sicherheitstipps Rauchwarnmelder


Brände in der Küche vermeiden

In der Küche entstehen Brände oft durch kleine Unachtsamkeiten. Lassen Sie den Herd daher nie unbeaufsichtigt, besonders dann nicht, wenn Fett oder Öl erhitzt wird.

Legen Sie keine Geschirrtücher, Kochbücher, Papier oder Einkaufstaschen auf dem Herd oder direkt daneben ab. Auch ausgeschaltete Herdplatten können noch lange heiß sein.

Wenn Fett oder Öl in der Pfanne zu brennen beginnt: Niemals mit Wasser löschen. Schalten Sie die Herdplatte aus und ersticken Sie die Flammen mit einem passenden Deckel oder einer Löschdecke.

Auch Wasserkocher, Toaster, Kaffeemaschinen und andere Elektrogeräte sollten nach Gebrauch ausgeschaltet oder ausgesteckt werden.Tipp: Wer manchmal vergisst, den Herd auszuschalten, kann einen Herdwächter nachrüsten lassen. Er erkennt gefährliche Situationen und kann die Stromzufuhr automatisch unterbrechen.

Sicherheitstipps Wohnung & Haushalt


Elektrogeräte und E-Check

Elektrische Geräte sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Defekte Kabel, lockere Stecker, flackernde Lampen, ungewöhnlicher Geruch oder starke Erwärmung können jedoch Warnzeichen sein.

Verwenden Sie beschädigte Geräte nicht weiter. Lassen Sie sie von einer Fachperson überprüfen oder ersetzen.

Mehrfachstecker sollten nur sparsam verwendet und nicht überlastet werden. Geräte wie Heizlüfter, Bügeleisen, Föhn, Kaffeemaschine oder Ladegeräte nach Gebrauch ausschalten oder ausstecken.

Tipp: Lassen Sie elektrische Leitungen und Anlagen regelmäßig von einer Elektrofachkraft überprüfen, besonders in älteren Wohnungen oder Häusern. So können mögliche Gefahren früh erkannt werden.


Kerzen, offenes Licht und Rauchen

Aus der Brandursachenstatistik wissen wir, dass viele folgenschwere Brände durch unachtsamen Umgang mit Kerzen oder Zigarettenresten ausgelöst werden.
Mit den nachfolgenden Tipps sorgen Sie für mehr Sicherheit:

  • Lassen Sie Kerzen nie unbeaufsichtigt und denken Sie daran, sie auszulöschen, wenn Sie zu Bett gehen oder die Wohnung verlassen.
  • Stellen Sie Kerzen auf nichtbrennbare Unterlagen.
  • Achten Sie auf ausreichend Abstand zu Vorhängen, Dekoration, Papier und Möbeln.
  • LED-Kerzen sind eine sichere Alternative.
  • Rauchen Sie niemals im Bett!
  • Asche und Zigarettenreste nur in nichtbrennbaren Behältern entsorgen.

Hilfsmittel für mehr Sicherheit

Einfache Hilfsmittel können helfen, Brände früher zu erkennen oder kleine Entstehungsbrände rasch einzudämmen.

Sinnvoll sind zum Beispiel Rauchwarnmelder, Hitzemelder für die Küche, eine Löschdecke oder ein gut erreichbarer Feuerlöscher. Wer beim Kochen manchmal unsicher ist, kann zusätzlich einen Herdwächter nachrüsten lassen. Er erkennt gefährliche Situationen am Kochfeld und kann den Herd automatisch abschalten.

Wichtig: Verwenden Sie Löschhilfen nur bei kleinen Bränden und nur dann, wenn Sie sich nicht selbst gefährden. Lassen Sie sich von einer Fachperson zeigen, welches Hilfsmittel für Ihre Wohnsituation passt und wie es richtig verwendet wird.


Tipps für Angehörige

Angehörige, Nachbarn oder Betreuungspersonen können viel zur Sicherheit beitragen. Oft reicht schon ein gemeinsamer Blick auf die Wohnung.

Prüfen Sie regelmäßig, ob Rauchwarnmelder funktionieren, Fluchtwege frei sind und wichtige Dinge wie Telefon, Brille, Hörgerät oder Gehhilfe gut erreichbar liegen. Achten Sie auch auf beschädigte Kabel, alte Elektrogeräte, überlastete Mehrfachstecker oder brennbare Gegenstände in der Nähe von Herd und Heizgeräten.

Sprechen Sie gemeinsam darüber, was im Brandfall zu tun ist. Wo ist der nächste sichere Ausgang? Wer kann im Notfall helfen? Ist die Feuerwehrnummer 122 gut sichtbar notiert oder im Telefon gespeichert?

So entsteht mit wenigen einfachen Maßnahmen mehr Sicherheit im Alltag.