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19.06.2017

500 Verletzte jährlich bei Grillunfällen

Am liebsten grillen Herr und Frau Österreicher in den Monaten Mai bis September. Dabei endet leider für manche Hobbygriller der gemütliche Grillabend mit einer Fahrt ins Krankenhaus. Die Unfallzahlen sind zwar in den letzten Jahren rückläufig, dennoch sind die Verletzungen oft schwer „Unachtsamkeit, ungeeignete Ausrüstung oder falsche Anwendung von Grillanzün­dern sind dabei die häufigsten Grillfehler“, sagt Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereiches Recht und Normen im KFV.

 

„Finger weg von flüssigen Brandbeschleunigern!“

Dr. Arthur Eisenbeiss, Direktor der BVS - Brandverhütungsstelle für Oö. und Sprecher der österreichischen Brandverhütungsstellen, erklärt, dass Leichtsinn und mangelnde Vorsicht im Umgang mit dem Grill die häufigsten Ursachen von Bränden und Verletzungen sind. „Glücklicherweise gehen viele Grillunfälle glimpflich aus. Trotzdem kommt es immer wieder zu weitreichenden, manchmal sogar zu lebensgefährlichen Zwischenfällen“, so Eisenbeiss. „Die Erfahrungen aus der Brandursachenermittlung zeigen, dass der Funkenflug aus Grillgeräten und die unsachgemäße Entsorgung der Grillkohle die häufigsten Brandursachen darstellen.“

 

Besonders hohe Lebensgefahr besteht bei Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern! „Wenn das Anzünden der Grillkohle besonders schnell gehen soll, folgt oftmals der Griff zur Spiritusflasche oder zum Benzinkanister. Die ‚Grillmeister’ sind dabei durchaus erfinderisch. Auch Bioethanol, Terpentin oder Petroleum kommen dabei zum Einsatz. Bei all diesen Produkten handelt es sich um flüchtige Stoffe, die innerhalb kurzer Zeit zu verdunsten beginnen und dabei hochexplosive Dämpfe bilden. Beim Anzünden kommt es dann zum explosionsar­tigen Abbrand, durch die Stichflamme wird nicht selten die Kleidung umstehender Personen entzündet“, erzählt Dr. Arthur Eisenbeiss.

 

Wer also sorglos grillen möchte, sollte zum Anzünden der Grillkohle ausschließlich Sicher­heitsbrennpasten oder feste Anzündhilfen wie z.B. Anzündriegel und Trockenspiritus ver­wenden, so ein Rat des Brandschutzexperten. Sicheres Grillen beginnt beim Aufstellen des Grillgeräts und endet beim Ablöschen der Grillkohle: „Der Grill selbst muss stabil bzw. stand­sicher sein und mit ausreichendem Abstand zu brennbaren Materialien aufgestellt werden. Nach dem Grillen sollte die Kohle gänzlich mit Wasser geflutet werden, weil sich andernfalls selbst in einem scheinbar ausgekühlten Grill ohne weiteres bis zu 72 Stunden lang noch Glut­reste darin halten können“, rät Eisenbeiss.

 

Im Anhang finden Sie Sicherheitstipps zum sicheren Grillen!